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Kyritz-Ruppiner Heide erhält Zertifizierung als Internationaler Sternenpark

Gruppenfoto am Heideturm.© Alexander von Uleniecki (Landkreis OPR)
Sternenhimmel über Sielmanns-Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide, einer der dunkelsten Orte Deutschlands. © Dr. Andreas Hänel

Die Kyritz-Ruppiner Heide im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist von der Organisation DarkSky International (DSI) offiziell als Internationaler Sternenpark zertifiziert worden. Der ehemalige Truppenübungsplatz (Bombodrom) gehört zu den dunkelsten Orten Deutschlands. Dies dauerhaft zum Schutz der Nacht zu erhalten, ist das Ziel der regionalen Akteure. Mit der Ausweisung als Sternenpark wurde ein wichtiger Schritt dafür getan.

Ralf Reinhardt, Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin: „Die Anerkennung der Kyritz-Ruppiner Heide als offizieller Sternenpark durch die DSI ist ein großartiger Erfolg, zu dem ich allen, die am Zustandekommen beteiligt waren, herzlich gratulieren darf. Die Heide im Herzen unseres Landkreises ist nicht nur ein Ort mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt; der hier besonders dunkle Nacht-himmel ermöglicht es darüber hinaus, die faszinierende Welt der Himmelsbeobachtung erlebbar zu machen, etwa im Rahmen von Sternenführungen. Mein besonderer Dank gilt dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sowie den Mitgliedern der KAG Kyritz-Ruppiner Heide für deren engagierte und konstruktive Beteiligung beim Antragsprozess. Der künftige Sternenpark in der Kyritz-Ruppiner Heide wird ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Heimatregion sein, welches auch neue Perspektiven im touristischen Bereich öffnet, die es in den kommenden Jahren weiter zu entwickeln gilt.“

Dr. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land: „Die Ausweisung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der Nacht in unserem Naturpark. Sowohl die Menschen in der Region als auch die Tier- und Pflanzenwelt profitieren davon. Mein Dank gilt dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin für die Initiative zur Ausweisung des Sternenparks als auch Dr. Andreas Hänel sowie unseren Kolleg:innen im Natur- und Sternenpark Westhavelland für die fachliche Unterstützung unserer Bemühungen!“

Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung: „Der neue Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide zeigt beispielhaft wie konsequenter Naturschutz auch den Himmel zurückerobert. Der Wert der dunklen Nacht ohne störenden Einfluss künstlicher Lichtquellen ermöglicht den vielen seltenen Arten der Kyritz-Ruppiner Heide einen natürlichen Lebensrhythmus und begünstigt die enorme Artenvielfalt im Gebiet. Wir sind daher hocherfreut über die Ausweisung des Sternenparks und die damit verbundene Wertschätzung unserer Schutzbemühungen. Wir bedanken uns sehr bei allen Initiatoren, allen voran dem Landkreis und dem Naturpark und wünschen den Besucherinnen und Besuchern der Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide ein eindrückliches Erlebnis des nächtlichen Sternenhimmels in einer deutschlandweit einzigartigen Heidelandschaft.“

Zweitgrößte Heidefläche und einer der dunkelsten Orte Deutschlands

Die Kyritz-Ruppiner Heide ist die zweitgrößte, zusammenhängende Heidefläche Deutschlands. Da sie unbewohnt ist, gibt es in der Region kein künstliches Licht, was zu einem außergewöhnlich dunklen Himmel führt. Das Gebiet des früheren sowjetischen Bombenabwurfplatzes steht größtenteils seit 2012 als Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) unter europäischem Schutz innerhalb des Natura-2000-Netzwerkes. Bereits 2011 übernahm die Heinz Sielmann Stiftung insgesamt 4.000 Hektar der Fläche, um diese dauerhaft für den Naturschutz zu sichern. Im Jahr 2021 wurde das Gebiet in den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land eingegliedert, einer der 15 Naturlandschaften Brandenburgs.

Langer Weg zum zertifizierten Sternenpark

Um dieses Alleinstellungsmerkmal „Einer der dunkelsten Orte Deutschlands“ zu erhalten, hat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide (KAG) schon 2022 beschlossen, einen Antrag auf Ausweisung des ca. 12.000 Hektar großen Areals als Sternenpark zu stellen. Der am 11. März 2010 gegründeten KAG gehören heute als Mitglieder der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die Kommunen Neuruppin, Rheinsberg, Wittstock/Dosse, das Amt Temnitz sowie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Heinz Sielmann Stiftung und der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land an.

Im November 2023 hat sich der Landkreis Ostprignitz-Ruppin offiziell als Antragsteller für die Zulassung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark bei DarkSky International registrieren lassen. Dem voraus ging eine Voranfrage, ob die Kyritz-Ruppiner Heide grundsätzlich für die Zertifizierung als Sternenpark geeignet ist. DarkSky International hat diese Anfrage nicht nur positiv beantwortet, sondern den Landkreis und den Naturpark ermutigt, weiterhin Pläne zu entwickeln, um Bedrohungen durch Lichtverschmutzung zu begegnen.  

Neue Potenziale für Astro- und Naturtourismus

Mit dem nun offiziell zertifizierten Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide werden zukünftig die Potenziale des Astrotourismus für die naturtouristische Entwicklung der ländlichen Region erschlossen. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat dazu eine Machbarkeitsstudie mit einer Vielzahl an Vorschlägen erarbeiten lassen. Unter Nutzung europäischer Fördermittel sollen in Zusammenarbeit mit dem bereits bestehenden Natur- und Sternenpark Westhavelland perspektivisch mehrere Beobachtungsplätze eingerichtet werden.

An ausgewählten Standorten wird dafür Infrastruktur für den Astrotourismus entwickelt, wie beispielsweise Aussichtsplattformen, Beobachtungsliegen, Polarsternfinder und Informationstafeln. Es sollen regelmäßig unter anderem Sternenführungen, thematische Wanderungen und Vorträge angeboten werden. Neben der Ausbildung von Sternenführer:innen werden lokale, zertifizierte Natur- und Landschaftsführer:innen dahingehend geschult, das Thema Dunkelheit und Lichtverschmutzung in ihre Programme aufzunehmen.

Mehr erfahren über Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide.

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