© Sielmann-Produktion

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Sensation am Weiher: Vom Aussterben bedrohter Schmetterling im Biotopverbund nachgewiesen

Fachleute haben im Ruhestetter Ried den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling entdeckt. Die Schmetterlingsart steht in Baden-Württemberg auf der Roten Liste. Das Besondere: Der Weiher wurde erst vor einem Jahr im Biotopverbund der Bodenseeregion angelegt. Die Natur erobert den neuen Lebensraum schnell.

Neue Biotope gegen das Insektensterben

Im Mai 2020 wurde der 7.000 Quadratmeter große Weiher, der nach dem Naturfilmer Heinz Sielmann benannt ist, fertiggestellt. Das Stillgewässer bietet mit seinen unterschiedlichen Strukturen wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Arten, denn ein größeres Gewässer fehlt bisher im Naturschutzgebiet Ruhestetter Ried. Es entstanden Inseln, tiefe Wasserzonen, aber auch flache Uferbereiche, Hecken und Gehölzstreifen, trockene Hänge und feuchtes Grünland. In diesem vielfältigen Mosaik verschiedener Lebensräume gelang nun der Fund des vom Aussterben bedrohten Schmetterlings Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Gefunden hat ihn der Schmetterlingskenner Pit Fischer, der die Artengruppe ehrenamtlich in der Region kartiert.

Ein anspruchsvoller Schmetterling

Der Lebenszyklus des Ameisenbläulings ist kompliziert und damit auch anfällig gegen Veränderungen, etwa durch eine intensivere Nutzung der Wiesen oder den Klimawandel. Der Schmetterling legt seine Eier ausschließlich an den Pflanzen des Großen Wiesenknopfs ab. Die Pflanze des Jahres 2021 kommt nur auf behutsam genutzten feuchten Wiesen vor. Die Raupen des Schmetterlings werden im Herbst von Ameisen in deren Nester getragen. Dort ernährt sie sich räuberisch von Ameisenlarven und überwintert. In einem Ameisennest kann nur eine Schmetterlingsraupe leben. Im Frühjahr schlüpft aus der Puppe ein ausgewachsener Schmetterling.

Kleine Libelle erstmals im Landkreis Sigmaringen gefunden

Der Bläuling war aber nicht die einzige Überraschung im Ruhestetter Ried. Dem Fachmann Manuel Fiebrich vom Büro 365° freiraum + umwelt aus Überlingen flatterte außerdem die Gabel-Azurjungfer ins Netz. Es ist der erste Nachweis dieser Art im Landkreis Sigmaringen. Die Kleinlibelle kommt ursprünglich im Mittelmeerraum vor. Sie profitiert vom Klimawandel und dehnt ihre Verbreitung nach Norden aus. Die Heinz Sielmann Stiftung hatte das Planungsbüro mit den Untersuchungen beauftragt, um den Erfolg des Weiherbaus bewerten zu können. Darüber hinaus konnten noch 29 weitere Libellenarten am Weiher nachgewiesen werden, darunter auch die auf der Roten Liste Baden Württembergs als stark gefährdet eingestufte Kleine Binsenjungfer. Die Entdeckung der Insektenarten zeigt, wie wichtig eine strukturreiche Landschaft und die Verbindung von Lebensräumen für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist. „Mit unseren Maßnahmen zur Aufwertung des Biotopverbunds haben wir ein wirksames Werkzeug gegen den Verlust vieler Arten in der Hand. Die Ergebnisse unseres Monitorings bestätigen, dass wir mit dem Anlegen von neuen Lebensräumen den richtigen Weg gehen“, resümiert Projektleiterin Julia Brantner.

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