Gefährdete Arten in der Heidelandschaft
Sielmanns Naturlandschaft Tangersdorfer Heide

Die 2016 erworbene Naturschutzfläche hat eine ideale Lage, denn sie schließt die Lücke zwischen dem südöstlich gelegenen Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, der Endmoränenlandschaft bei Ringenwalde und dem nördlich gelegenen Müritz Nationalpark sowie der Feldberger Seenplatte. Gemeinsam mit den Nachbarn, u.a. die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und die Stadt Lychen, will die Heinz Sielmann Stiftung eine weitere große unzerschnittene Landschaft für den Naturschutz und die Artenvielfalt erhalten.

Lebensraum für bedrohte Tierarten

Eine Besonderheit des naturschutzfachlichen Juwels ist das „Totalreservat Milten“, die so genannte Miltenrinne, ein ausgetrockneter Flusslauf. Außerdem umfasst die Fläche wertvolle Trocken-, Mager-, Borstgrasrasen- und Heideflächen, dazu Wald, Wasser und Feuchtwiesen.

See- und Schreiadler, Wanderfalken, Neuntöter und Ziegenmelker leben auf dem ehemaligen Manövergelände der Sowjetarmee. Rotbauchunken, Steinbeißer und viele weitere seltene oder gefährdete Arten haben hier ihren ungestörten Lebensraum. Auch der Biber ist hier heimisch und trägt dazu bei, die Wiederbewaldung zu verlangsamen.

279 Hektar
Gesamte Naturschutzfläche
116 Hektar
Geschützt nach FFH-Richtlinie
8,5° Celsius
Durchschnittstemperatur
550 mm/m2
Jahresniederschlag
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Den Biber in Aktion zu sehen, ist ein wunderbares Erlebnis! Der putzige Nager, im Volksmund „Meister Bockert” genannt, baut Burgen und Dämme, staut Gewässer – und schafft so neue Lebensräume. Nicht jeder ist dem emsigen Baumeister wohlgesonnen. Umso wichtiger ist es, dass der Biber in der Tangersdorfer Heide einen Raum zum Leben bekommt.

Heute und damals

Die gesamte Naturschutzfläche umfasst etwa 279 Hektar, 116 Hektar stehen bereits unter dem besonderen Schutz nach der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat). Die Tangersdorfer Heide weist ein mäßig trockenes Tieflandklima mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 8,5° Celcius und einer Jahresniederschlags-menge von ca. 550 mm/m² auf. Die Fläche setzt sich hauptsächlich aus Kiefernwäldern (128 Hektar) sowie aus Sukzessions- und Freiflächen (112 Hektar) zusammen. Wasser und Feuchtwiesen umfassen rund 5 Hektar. Als Sukzessionsflächen bezeichnet man Flächen, die nach einer früheren Nutzung über einen längeren Zeitraum sich selbst überlassen wurden.

Die heutigen Naturschutzflächen wurden in der Vergangenheit durch die Sowjetarmee als Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes genutzt. Seit 1992 fand keine militärische Nutzung mehr statt. Der Weg wurde frei für eine friedliche, natürliche Entwicklung. Mittlerweile hat sich dort ein Mosaik wertvoller Lebensräume für Wildtiere und Pflanzen ausgebreitet. Heute sind jedoch immer noch Zehntausende Hektar tabu. Schilder warnen vor einem Betreten wegen der Gefahren im Boden.

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Für die Tangersdorfer Heide
Pflege- und Entwicklungsziele

  • Erhalt großer unzerschnittener Landschaften von Himmelpfort bis Tangersdorf und von Vogelsang bis Lychen
  • Schutz der Miltenrinne als Fortsetzung des „Totalreservats Milten“
  • Erhalt der Trocken-, Mager- und Borstgrasrasenfläche der Zwergstrauchheiden und der Vorwaldbestände
  • Schutz der Biberpopulation, der Mopsfledermäuse, der Rotbauchunken, Steinbeißer, des Großen Feuerfalters und der Großen Moosjungfer
  • Schutz der Bestände an Schwarzstörchen, Seeadler, Schreiadler, Wanderfalken, Neuntöter und Ziegenmelker