Brunftzeit: Wenn die Könige des Waldes erwachen
Rothirsche zählen zu den sozial komplexesten Säugetieren Mitteleuropas. Außerhalb der Brunft leben Hirsche und Hirschkühe in getrennten Rudeln mit empfindlichen Rangordnungen. Während der Brunft im September und Oktober kämpfen die stärksten Hirsche mit imposantem Geweih und kraftvollem Röhren um die Weibchen. Dieses Spektakel – Imponiergehabe, Parallellauf und das gelegentliche Aufeinanderprallen der Geweihe – lässt sich mit etwas Glück von dem Aussichtspunkt Wüste aus beobachten, ohne die Tiere zu stören.
Doch Rotwild steht heute in Deutschland unter erheblichem Druck. Zerschneidung durch Verkehrswege und Bebauung hat seine Populationen auf vielen Flächen voneinander isoliert. Ohne Austausch zwischen den Rudeln drohen genetische Verarmung und langfristig geschwächte Bestände.
Ein weiteres zentrales Thema der Exkursion ist die ökologische Bedeutung des Rotwildes. Als Großherbivore formen Hirsche aktiv ihre Umgebung: Verbiss und Schälen von Bäumen öffnen Gehölzstrukturen und fördern lichtliebende Pflanzen am Waldboden, Trampelpfade schaffen Verbreitungskorridore für andere Arten und Suhlen entstehen als wertvolle Kleinbiotope für Amphibien und Insekten. Rotwild ist damit nicht nur ein faszinierendes Wildtier, sondern ein ökologischer Gestalter – ein echter König seines Lebensraumes.
Die Exkursion zur Rotwild-Brunft richtet sich an Erwachsene und Kinder ab 12 Jahre. Die Strecke der Exkursion beträgt etwa 7 km.
Wichtig: Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, ggf. Fernglas und Taschenlampe mitbringen.
Wir bitten um Anmeldung per Mail an elstal@sielmann-stiftung.de oder telefonisch unter +49 5527 914-444. Wir behalten uns vor, Veranstaltungen bei Extremwetter oder bei Unterschreitung der Mindestteilnehmerzahl abzusagen. Der Treffpunkt für die Veranstaltung ist die Ausstellung im Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum in Elstal.