Naturschutz fördern - weltweit
Internationales Engagement

Über die Grenzen Deutschlands hinaus Afrikanische Winterquartiere für Zugvögel

In Deutschland ist der Weißstorch ein beliebter und gern gesehener Sommergast. Ob in Feuchtwiesen nach Nahrung suchend oder paarweise brütend auf unseren Hausdächern bereitet er ein idyllisches Bild. Dieses wird jedoch getrübt von der Tatsache, dass der Weißstorch noch immer als gefährdete Art auf der Roten Liste Deutschland geführt wird. Nicht zuletzt liegt das auch daran, dass der Weißstorch in seinen Winterquartieren in Afrika immer weniger Nahrung und Rastplätze vorfindet, die er eigentlich dringend zur Erholung von seiner weiten Reise bräuchte. Unter anderem stellen Waldrodungen und anhaltende Dürren starke Bedrohungen für Afrikas Landschaften dar. Viele Zugvögel verenden ausgezehrt von ihrem langen Flug aufgrund dieser schlechten Lebensbedingungen.

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Die Geschichte des Weißstorches ist nur ein Beispiel dafür, dass globale Zusammenhänge bei Fragen des Arten-, Natur- und Klimaschutzes nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Auch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die 2015 im Rahmen der Agenda 2030 von den Vereinten Nationen unterzeichnet wurden, stellen eine Absichtsbekundung dar, weltweit auftretende Probleme wie den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt gemeinsam in allen Ländern der Erde anzugehen. Die Heinz Sielmann Stiftung nimmt ihren Beitrag zur Erfüllung der nachhaltigen UN-Entwicklungsziele und die Herausforderungen unserer Zeit sehr ernst.

Daher möchte die Heinz Sielmann Stiftung ihre Expertise aus fast 25 Jahren Engagement im Natur- und Artenschutz in Deutschland zukünftig bis nach Afrika tragen. In Äthiopien und Uganda werden ab 2018 gemeinsam mit starken lokalen und internationalen Partnern und Initiativen, Naturschutzprojekte realisiert, die den Erhalt der einzigartigen afrikanischen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zum Ziel haben - und darüber hinaus zum Beispiel auch die Lebensgrundlage unserer Zugvögel sichern. Durch gezielte Wiederbewaldung und andere Naturschutzmaßnahmen wird in Äthiopien und Uganda der fortschreitenden Bodenerosion entgegengewirkt, neuer Lebensraum für bedrohte Arten geschaffen, biologische Vielfalt bewahrt und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

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Nachhaltige Wiederbewaldung in Afrika AFR100

Bis 2030 in Afrika 100 Millionen Hektar Wald wiederherstellen – das ist das Ziel der African Forest Landscape Restoration Initiative (AFR100). Die Initiative wurde 2015 anlässlich der Verhand­lungen zum Pariser Klima­ab­kommen ins Leben gerufen und ist ein wichtiger Bestand­teil interna­tionaler Ab­kommen zur Bewahrung und Wieder­her­stellung der Wälder.

Diese Wiederbewaldung leistet nicht nur einen Beitrag zum Klima­schutz, indem sie Klima­veränderungen verlangsamt und deren Aus­wirkungen abschwächt. Intakte Wald­ökosysteme, gerade in tropischen und sub­tropischen Gebieten, spielen auch eine entscheidende Rolle für den Erhalt der globalen biologischen Vielfalt. Nebenbei verbessert die Wieder­herstellung baumreicher Landschaften auch die Boden­fruchtbarkeit und die Wasser­versorgung einer Region. Das fördert wiederum die Ernährungs­sicherung, schafft nachhaltige Einkommens­formen in der Forst- und Land­wirtschaft und bekämpft die fort­schreitende Wüstenbildung.

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An der AFR100-Initiative sind bislang über 20 afrikanische Nationen, darunter auch Äthiopien und Uganda, beteiligt sowie das Bundesministerium  für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung (BMZ), die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) der Afrikanischen Union und das World Resources Institute in Washington, D.C.

Um das Ziel von 100 Millionen Hektar wieder­­bewaldeter afrikanischer Land­schaften in 2030 zu erreichen, konzen­trieren sich die verschiedenen afrikanischen Nationen auf degradierte Land­flächen.

Auf ihnen werden mit finanzieller Unterstützung durch internationale Geldgeber wie der Weltbank sowie durch private ökologisch orientierte Investitions­fonds und verschiedene Nicht­regierungs­organisationen (NRO), neue Bäume gepflanzt.

Unterstützt werden die verschie­denen Akteure und Länder, die sich AFR100 verpflich­tet haben, auch von technischen Beratern, die der Initiative bei der Erfüllung ihrer ambi­tionierten Aufgaben fachlich zur Seite stehen.

Die Heinz Sielmann Stiftung, die seit 2018 selbst zwei Wieder­bewaldungs-Projekte in Äthiopien und Uganda in Afrika realisiert, möchte ihren Beitrag zu dieser zukunfts­weisenden Teamleistung beitragen und ist daher seit Frühjahr 2018 als erste deutsche NRO technischer Partner der Initiative AFR100.

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Gemeinsam mehr erreichen Für eine lebenswerte Zukunft

Die Heinz Sielmann Stiftung engagiert sich innerhalb der Vereinigung F20 zusammen mit anderen gemeinnützigen Organisationen für eine nachhaltige, klimaneutrale Entwicklung weltweit.