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Daxsteingebiet in Niederbayern: Lebensräume der stark gefährdeten Rotflügeligen Schnarrschrecke wird gesichert

© Hubert Polacek / Heinz Sielmann Stiftung
© Hubert Polacek / Heinz Sielmann Stiftung

Es ist ein Geräusch, das Naturschützer hoffen lässt: das charakteristische Knattern der Rotflügeligen Schnarrschrecke. In Niederbayern wurde die stark gefährdete Heuschreckenart erneut nachgewiesen – an einem der letzten verbliebenen Standorte der Region. Nun gilt es, diesen zu bewahren.

Gemeinsam mit der Regierung von Niederbayern und Flächeneigentümer Sebastian Schellenberg entwickelt die Heinz Sielmann Stiftung die Fläche im Daxsteingebiet im Landkreis Freyung-Grafenau zum Schutz der Rotflügeligen Schnarrschrecke (Psophus stridulus) weiter. „Ziel ist es im ersten Schritt, die bestehende, noch sehr fragile Population zu stabilisieren“, erklärt Bernhard Gohlke, Leiter der Sielmanns Biotopverbünde Ostbayern. „Dafür wurde bereits ein monotoner Fichtenbestand gerodet und die Fläche erweitert. Nun soll sie im nächsten Schritt schonend beweidet werden.“

Große Verantwortung für Niederbayern

Die Rotflügelige Schnarrschrecke ist in Bayern und deutschlandweit als stark gefährdet eingestuft. „Im Landkreis Freyung-Grafenau sind inzwischen nahezu alle früher bekannten Fundorte verschwunden“, betont Heuschreckenexperte Dr. Matthias Dolek, der mit dem Monitoring beauftragt wurde. „Ihre Lebensräume, die meist durch schonende Bewirtschaftung von mageren Wiesenflächen entstehen, sind stark verdrängt worden.“

Der aktuelle Nachweis von gleich mehreren Individuen unterstreicht die Bedeutung der Fläche: „Nur an diesem Standort und an einem weiteren konnte die Art im Landkreis Freyung-Grafenau erneut bestätigt werden. Wir tragen damit eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Art in der Region“, betont Stefan Radlmair, Leiter des Sachgebiets Naturschutz an der Regierung von Niederbayern.

Ein knatterndes Geräusch mit großer Bedeutung

Im Flug erzeugen die Männchen der Rotflügeligen Schnarrschrecke ihr charakteristisches knatterndes Geräusch und zeigen dabei ihre roten Hinterflügel. Am Boden hingegen ist die Art mit ihrer schwärzlichen bis braungrauen Tarnfärbung schwer zu entdecken. Die Art besiedelt unter anderem magere Wiesen mit offenen Bodenstellen. Eine wichtige Maßnahme für die Entwicklung geeigneter Lebensräume ist daher die extensive Beweidung. Die Weidetiere halten die Vegetation schütter und schaffen durch ihren Tritt immer wieder offene Bodenstellen – genau die Strukturen, die die Rotflügelige Schnarrschrecke braucht.

Weitere Flächen gesucht

Flächeneigentümer Sebastian Schellenberg unterstützt das Projekt, indem er sein Grundstück zur Verfügung stellt. Die Rodung des Fichtenbestands hat er durch den Holzertrag finanziert. Für seine Familie ist Naturschutz zu einer persönlichen Erfahrung geworden. „Unsere Kinder gehen mit offenen Augen und Ohren über das Grundstück. Es macht uns sehr stolz, zum Erhalt der Arten beitragen zu können“, berichtet Schellenberg.

Die Heinz Sielmann Stiftung möchte gemeinsam mit ihren Partnern weitere geeignete Flächen für die Rotflügelige Schnarrschrecke entwickeln. „Isolierte Lebensräume reichen nicht aus, um die Art zu erhalten. Wir suchen daher weitere Flächeneigentümer im Brotjackriegel, die sich beteiligen möchten, sodass wir längerfristig einen Verbund an Lebensräumen für die Schnarrschrecke und viele weitere Arten entwickeln können“, so Gohlke. Interessierte Flächenbesitzer können sich direkt an ihn wenden: bernhard.gohlke@sielmann-stiftung.de

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