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Heinz Sielmann Stiftung übernimmt ökologisch wertvolle Flächen im ehemaligen „Bombodrom“ Kyritz-Ruppiner Heide – 4.000 Hektar für das Nationale Naturerbe gesichert

Heute wurde in der Kyritz-Ruppiner Heide die Übergabe von 4.000 Hektar wertvoller Naturschutzflächen zwischen der Heinz Sielmann Stiftung sowie dem Bundesministerium für Umwelt, Reaktorsicherheit und Naturschutz und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) durch Unterschrift besiegelt.

„Die 4.000 Hektar der Kyritz-Ruppiner Heide sind damit die ersten Flächen der zweiten Tranche des Nationalen Naturerbes, die ein Flächenempfänger unentgeltlich erhält“, so die Abteilungsleiterin Naturschutz im Bundesumweltministerium Gertrud Sahler. Insgesamt werden in Deutschland 125.000 Hektar ehemals militärisch genutzter Flächen als Nationales Naturerbe ausschließlich für den Naturschutz und damit zur Sicherung der biologischen Vielfalt zur Verfügung stehen. Der Natur soll großflächig Raum für eigenständige Dynamik und Entwicklung gegeben werden. Dieses Ziel werde in erster Linie mit den großen Truppenübungsplätzen in den neuen Ländern verwirklicht. Nach intensiven Verhandlungen unterzeichneten heute vor Ort die beteiligten Partner den Vertrag.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die renommierte Heinz Sielmann Stiftung als Pächter und Partner für die Naturerbe-Flächen gewinnen konnten“, sagte Axel Kunze, Vorstand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). „Mit ihrem Naturschutzprojekt in der Döberitzer Heide hat die Stiftung bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt, wie man eine ehemals militärisch genutzte Fläche erfolgreich als ökologisch hochwertigen Lebensraum für seltene Arten erhält und gestaltet.“

Die BImA bleibt auch nach der Übertragung der Naturerbe-Flächen an die Heinz Sielmann Stiftung Eigentümerin der gesamten rund 12.000 Hektar großen Fläche des ehemaligen Übungsplatzes. Diese Entscheidung wurde insbesondere vor dem Hintergrund der enormen Belastung durch die vormalige militärische Nutzung getroffen. Mit der Übergabe an die Stiftung wird die Fläche komplett dem Naturschutz gewidmet. Die Wälder sollen sich nach einer Übergangsfrist für den Waldumbau ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Die Offenlandflächen werden, soweit durch die Hinterlassenschaften der militärischen Nutzung möglich, weiterhin durch Pflege erhalten.

„Obwohl die Fläche auch langfristig nicht frei betreten werden kann, wird sich die Stiftung bemühen, das Naturerleben in der neuen ‚Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide’ an ausgewählten Punkten möglich zu machen“, verspricht Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, „gerade auch für die Menschen aus der Region, die sich so lange für eine freie Heide eingesetzt haben.“ Vorrangiges Ziel sei es aber, die Fläche in ihrem ökologischen Wert zu erhalten und zu entwickeln.

Mit der heutigen Unterschrift wurden bis jetzt rund 15.000 Hektar Naturschutzflächen aus dem Besitz des Bundes im Land Brandenburg an Träger des Naturschutzes übertragen. „Mit den vorliegenden Verträgen stellt sich die Bundesanstalt ihrer politischen und geschichtlichen Verantwortung“, sagt Axel Kunze. „Wir hoffen damit im Land Brandenburg einen richtungsweisenden Beitrag für unsere Umwelt geleistet zu haben.“

Kyritz-Ruppiner Heide – vom Militärmanöver zum Naturschutz
In der Kyritz-Ruppiner Heide liegt der ehemalige Luft- Boden- und Truppenübungsplatz Wittstock. Um seine Nutzung hatte es nach der Wiedervereinigung lange Streit gegeben. Die Bundeswehr plante, das Gelände als Luft-Boden-Schießplatz zu nutzen. Nach massivem Widerstand aus der Bevölkerung und diversen Gerichtsurteilen erklärte das Verteidigungsministerium im Juli 2009 den Verzicht. Das Areal verbleibt im Eigentum des Bundes, so dass die Liegenschaft als Ganzes erhalten bleibt. Das ehemalige „Bombodrom“ umfasst rund 12.000 Hektar und hat eine besondere Bedeutung für den Naturschutz in Deutschland. Die Nationale Naturerbe-Fläche von etwa 4000 Hektar wird künftig von der Heinz-Sielmann Stiftung gemeinsam mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gepflegt und entwickelt.

Nationales Naturerbe und FFH-Gebiet
Die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD vom 11. November 2005 sieht vor, zum Schutz des nationalen Naturerbes bis zu 125.000 Hektar aus dem Bundeseigentum unentgeltlich an die Länder, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder andere Naturschutzorganisationen wie die Heinz Sielmann Stiftung zu übertragen. FFH-Gebiete (FFH steht für Fauna-Flora-Habitat) sind herausragende, charakteristische Landschaften, für die Deutschland auf nationaler, europäischer und globaler Ebene eine besondere Verantwortung besitzt.

Die erste Tranche mit rund 100.000 Hektar ist weitgehend auf die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Länder sowie Stiftungen der Naturschutzverbände übertragen worden. Der überwiegende Teil der Übertragungsflächen befindet sich in den neuen Bundesländern. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 14. Dezember 2011 einer zweiten Tranche von bundesweit 25.000 Hektar zugestimmt. Hierzu laufen nunmehr die Verhandlungen mit den Ländern und den Naturschutzstiftungen. Die 4.000 ha große Teilfläche der Kyritz-Ruppiner Heide ist die erste Fläche der zweiten Tranche des Nationalen Naturerbes, die an einen Träger des Naturschutzes, in diesem Fall die Heinz-Sielmann Stiftung, übergeben wird.

Die künftigen Flächen der Heinz Sielmann Stiftung sind Teil der Europäischen Union als FFH- Gebiet gemeldeten Flächen der Kyritz- Ruppiner Heide (Gesamtgröße rund 9.000 ha). Damit ist festgeschrieben, dass nach Artikel 6(2) der FFH- Richtlinie geeignete Maßnahmen getroffen werden sollen, um in den besonderen Schutzgebieten die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume und der Habitate der Arten sowie Störungen von Arten zu vermeiden.

Naturschutz und sanfter Tourismus
Die einzigartige Heidelandschaft bietet zahlreichen gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Arten wie Wolf, Wiedehopf und Seeadler Zuflucht. Mit geeigneten Pflegemaßnahmen will die Heinz Sielmann Stiftung in Teilen des Gebietes die ökologisch wertvollen Offenlandschaften erhalten und wiederherstellen. An anderen Stellen sollen die vorhandenen Kiefernmonokulturen ökologisch umgebaut und so im Sinne des Naturschutzes aufgewertet werden. Die Flächen, die für das Heidemanagement vorgesehen sind, bleiben grundsätzlich vom Besucherverkehr ausgenommen. Dennoch soll das „Erlebnis Heide“ mittelfristig auf einem etwa 13 Kilometer langen Wanderweg mit Rastplätzen und Schutzhütten für Besucher ermöglicht werden. Als Hauptanziehungspunkt soll dann eine als Erlebnishügel gestaltete ehemalige „Militärtribüne“ dienen, die ergänzt durch Informationstafeln zu Flora und Fauna, einen großzügigen Einblick in das Projektgebiet ermöglichen wird. Bei der Erschließung der vorgesehenen Flächen für den sanften Tourismus wird eine enge Kooperation mit dem Landkreis Ostprignitz- Ruppin sowie mit den bereits bestehenden Arbeitsgruppen angestrebt.

Sicherheit
Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat für das Gebiet der ehemalig militärisch genutzten Kyritz-Ruppiner Heide eine ordnungsbehördliche Verordnung zur Sperrung erlassen. In der Zukunft sollen Wege und Flächen für die touristische Nutzung freigegeben werden. Hierfür müssen im Vorfeld Kampfmittel und Altlasten, die sicherheitsgefährdend sind, geräumt werden. Die Kampfmittelräumung wird in enger Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erfolgen.

 

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