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Teufelsmauer ist Deutschlands Naturwunder des Jahres 2026

Mehrere Felssäulen, die aus einer Felsmauer ragen© Teufelsmauer Weddersleben e.V.

Klarer Sieg für die sagenumwobene Felsformation im Harzvorland: Die Teufelsmauer bei Weddersleben ist das Naturwunder des Jahres 2026. Bei der Publikumswahl der Heinz Sielmann Stiftung und des Deutschen Wanderverbands setzte sich die rund 80 Millionen Jahre alte Felsformation gegen acht weitere nominierte Naturschönheiten durch. Sie erhielt 9.666 aller Stimmen (30,5 Prozent). Auf den zweiten Platz kamen die Saalfelder Feengrotten in Thüringen mit 7.769 Stimmen (24,5 Prozent), gefolgt vom Brenner Moor in Schleswig-Holstein mit 3.360 Stimmen (10,6 Prozent).

An der vom 10. August bis 27. September 2026 gelaufenen Online-Abstimmung nahmen über 31.730 naturbegeisterte Menschen teil. Die Teufelsmauer konnte sich mit einem komfortablen Vorsprung von 1.897 Stimmen durchsetzen und holte den Titel „Naturwunder des Jahres 2026“.

Titel für ein besonderes Zeugnis der Erdgeschichte

„Die Teufelsmauer zeigt, was Naturkräfte über Jahrmillionen formen können: Wind und Wasser schufen hier eine der markantesten Felsformationen Mitteldeutschlands. Als Geotop wird hier Erdgeschichte im wahrsten Sinne begreifbar. Diese Verbindung aus geologischem Erbe und Naturerlebnis macht die Teufelsmauer verdient zum Naturwunder des Jahres“, erklärt Carolin Ruh, Vorständin der Heinz Sielmann Stiftung.

Die markanten Sandsteinfelsen ziehen sich auf mehreren Kilometern durch das nördliche Harzvorland. Die rund 80 Millionen Jahre alten Formationen entstanden durch die Erosion von zuvor angehobenem Gestein. Sie zählen zu den bedeutendsten Geotopen Deutschlands.

Naturerlebnis und Schutz gehen Hand in Hand

„Wir gratulieren dem Förderverein Teufelsmauer Weddersleben e.V., der diesen Kandidaten ins Rennen geschickt hat. Gut markierte Wege und Besucherlenkung sorgen dafür, dass sich Naturerlebnis und der Schutz sensibler Bereiche nicht ausschließen. Dieses Engagement vor Ort wird mit dem Titel Deutschlands Naturwunder 2026 gewürdigt“, sagt Dirk Landau, Präsident des Deutschen Wanderverbands.

Der rund 20 Kilometer lange Höhenzug ist heute über den Teufelsmauerstieg erschlossen, der zwischen Ballenstedt und Blankenburg verläuft. Informationstafeln vermitteln unterwegs Wissenswertes zu Geologie, Flora und Fauna.

Seltene Arten finden in den Felsspalten geschützte Rückzugsräume

Teile der Teufelsmauer stehen bereits seit 1833 unter Schutz. Damals wollte man den Abbau von Gestein stoppen, um die Zerstörung der Felsen aufzuhalten. In den Felsspalten und an den kargen Sandsteinhängen haben sich spezialisierte Arten angesiedelt. Wanderfalken nutzen die Felswände als Brutplatz, Fledermäuse finden in Spalten und Höhlen Quartiere. Zauneidechse und die als gefährdet geltenden Schlingnatter profitieren von den warmen, nährstoffarmen Standorten, die zugleich seltenen Pflanzengesellschaften Raum geben.

Teufelsmauerstieg ist ein außergewöhnliches Wandererlebnis

Der Teufelsmauerstieg erschließt die Felsformation auf ausgebauten, markierten Wanderwegen mit Ausblicken auf Harz und Harzvorland. Am Königstein bei Weddersleben ergänzt der Teufelsmauergarten das Naturerlebnis. Er zeigt typische Pflanzen des Gebiets.

Der Name der Teufelsmauer geht auf eine Sage zurück, die man sich seit Jahrhunderten im Harzvorland erzählt: Der Teufel soll in einer einzigen Nacht eine Mauer errichtet haben, um sich mit Gott um die Herrschaft über die Erde zu streiten – bis ihn der Schrei eines Hahns aufschreckte und er sein fast fertiges Werk aus Wut wieder einriss. Die Brüder Grimm nahmen die Erzählung in ihre Sagensammlung auf, weitere Fassungen ranken sich bis heute um einzelne Felsnadeln wie den Großvater- und den Großmutterfelsen. Wer über den Teufelsmauerstieg wandert, bewegt sich damit durch 80 Millionen Jahre Erdgeschichte und zugleich durch eine Landschaft, die Menschen seit Generationen zum Erzählen angeregt hat.

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