Mein Baum für Rakai Wiederbewaldung in Uganda

Während seiner Dreharbeiten in Afrika war Heinz Sielmann fasziniert von der wunderbaren Vielfalt der Natur. Doch die Landschaften, die Heinz Sielmann kannte und in seinen Filmen verewigt hat, gibt es schon heute nicht mehr. Auch in Uganda, dem vogelreichsten Land Afrikas, ist die Artenvielfalt akut gefährdet.

Über 1.000 verschiedene Vogelarten, unter ihnen der gefähr­dete Schuhschnabel, sind dabei, ihren Lebensraum zu verlieren. Auch europäische Zugvögel, die Uganda als Überwinterungsgebiet nutzen, finden immer weniger Nahrung oder geeignete Rastplätze. Zu ihnen gehören das stark gefährdete Braunkehlchen und der vom Aussterben bedrohte Schreiadler, aber auch allgemeiner bekannte Arten wie Weißstorch, Neuntöter und Nachtigall. 

Einheimische gründen Initiative, um natürliche Ressourcen zu schützen

Umso wichtiger ist ein ambitioniertes Projekt in Uganda, das diesem steten Verlust an intakter Natur entschieden entgegentreten will. 2011 haben einige Bewohner des Rakai Distrikts im Süden Ugandas die Initiative RECO (Rakai Environmental Conservation Programme) gegründet. RECO setzt sich dafür ein, natürliche Ressourcen zu schützen, zu erhalten und nutzbar zu machen. Ökologische Landwirtschaft wird mit Naturschutzmaßnahmen in Einklang gebracht, um die biologische Vielfalt Ugandas auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Gerade weil die Bevölkerung Rakais erkannt hat, wie wichtig der Erhalt des Artenreichtums und des Lebensraums ist, unterstützt die Heinz Sielmann Stiftung diese Initiative. RECOs Einsatz wird von engagierten Teilen der Bevölkerung unterstützt, dadurch besitzt diese Initiative mehr Kraft als jedes von außen initiierte Projekt.

Bildungs­veran­staltungen zu den Themen Naturschutz, nachhaltige Nutzung und Biodiversität an Schulen und außer­schulischen Lernorten vervoll­ständigen den Maßnahmen­katalog des Kooperationsprojekts.

Wiederbewaldung im Fokus

Wälder sind wertvolle Ökosysteme, die eine Vielzahl wichtiger Leistungen vollbringen: Sie schützen den Boden vor Erosion, verbessern den Wasser­­­haushalt und das lokale Klima einer Region und dienen unzähligen Tieren als Nahrungs­quelle. Durch den Aufbau einer Baumschule ermöglicht die Heinz Sielmann Stiftung es RECO, durch gezielte Wieder­­bewal­­dungs­­­maß­­nahmen mit einheimischen Baum­­arten, z.B. an Hügelkuppen und Flussauen, der fortschreitenden Entwaldung Ugandas entgegen­­zuwirken. Das unterstützt den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie fruchtbarer Böden und verbessert das Lokalklima.

Wiederbewaldungsmaßnahmen für die Entwicklung der biologischen Vielfalt werden ergänzt durch das An­pflanzen kleinerer Nutz­wälder in der Nähe der Siedlungen. Das schafft nicht nur wertvolle, inzwischen fast verloren gegangene Strukturen als Lebens­räume für Tiere und Pflanzen, sondern ermöglicht auch eine nachhaltige Nutzung von Forst­produkten und reduziert den Nutzungs­druck auf die übrigen, natürlich wachsenden Wälder.

 

 

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Wir fördern die Wiederbewaldung mit den wichtigsten heimischen Arten Diese Baumarten pflanzen wir

Wir ermöglichen es RECO, einheimische Gehölzarten zu verwenden – Eucalyptus wird daher z. B. nicht gepflanzt – und dadurch wertvolle Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu erschaffen.

So bewahren und erhöhen wir die natürliche Vielfalt und schaffen nicht nur für viele heimische Tiere, sondern auch für unsere Zugvögel eine immens wichtige Lebens- und Nahrungsgrundlage. 

Natalfeige 
Ficus natalensis

Nutzen: wertvoller Lebensraum für verschiedene Tierarten, Bodenanreicherung, Windschutz


Regenschirmbaum 
Maesopsis eminii

Nutzen: Schatten, Holz, Nahrungsquelle und Lebensraum für Wildtiere


Afrikanischer Mahagonibaum 
Khaya senegalensis

Rote-Liste-Art (vom Aussterben bedroht)
Nutzen: Öl aus Samen, verschiedene medizinische Anwendungen, Holz, Viehfutter


Afrikanischer Teakbaum 
Milicia excelsa

Rote-Liste-Art (Vorwarnliste)
Nutzen: Bodenverbesserung und -schutz, Schatten, Nahrungsquelle und Lebensraum für Wildtiere, medizinische Anwendungen

Über das Projektgebiet Uganda

241.040 km² Fläche
113 Einwohner pro km²
35 Mio. Einwohner
638 USD Ø jährliches Pro-Kopf-Einkommen

Uganda ist für ein afrika­nisches Land relativ dicht besiedelt, doch gleich­zeitig eines der ärmsten Länder der Welt. Die Mehrheit der Bevöl­kerung ist in ländlichen Gebieten beheimatet und lebt von der Land­wirtschaft. Konflikte zwischen den Nutzungs­interessen der Bevölkerung an den natürlichen Ressour­cen und den Lebens­­raum­an­sprüchen der Flo­ra und Fauna sind daher keine Seltenheit...

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Dabei verfügt gerade Uganda über besonders artenreiche Ökosysteme, die es zu schützen gilt. Neben Regenwäldern und Feuchtgebieten im Süden und in der Mitte des Landes finden sich im Norden auch Trockensavannen, die zahlreichen Savan­nen­bewohnern Lebensraum spenden, u.a. den nur hier verbreiteten Uganda-Grasantilopen.

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Der Waldverlust in Zahlen Hätten Sie es gewusst?

In tropischen Wäldern leben 90% aller weltweit bekannten Arten.

Jedes Jahr werden 13 Millionen Hektar Wald abgeholzt. Das entspricht einer Fläche von der Größe Griechenlands.

Der jährliche Waldverlust kostet die Welt mehr als die Bankenkrise: 2 bis 3 Billionen US-Dollar.

Wälder absorbieren fast 40% des weltweiten CO2-Ausstoßes.

Im Jahre 2100 wird es keine Regenwälder mehr geben, wenn wir die derzeitige Entwicklung nicht stoppen.

Unser Versprechen Ihre Spende wirkt!

Wie bei all unseren Projekten ist der langfristige Nutzen für die natürliche Vielfalt von höchster Bedeutung. Wir stehen dafür ein, dass die benötigten finanziellen Mittel nachhaltig und verantwortungsvoll verwendet werden.