Internationale Zusammenarbeit Wiederbewaldung in Äthiopien

In Äthiopien in der Projektregion Wogdi wird von der Heinz Sielmann Stiftung und Menschen für Menschen in den nächsten drei Jahren ein gemeinsames Wiederbewaldungsprojekt realisiert, in das beide Partner ihre fachliche Expertise einbringen.

Durch Naturschutzmaßnahmen verbunden mit Hilfe zur Selbstentwicklung für die Bevölkerung wird nicht nur die wertvolle Natur Äthiopiens erhalten, sondern es werden gleichzeitig auch die Ursachen ihrer Zerstörung bekämpft. Dadurch erst wird nachhaltiger Natur- und Waldschutz in Afrika möglich. Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe Ende 2017 bildete den Startschuss für das naturschutzfachliche Engagement der Heinz Sielmann Stiftung in Afrika. 

 

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Warum Äthiopien?

Äthiopien hat Anteil an gleich zwei sogenannten Biodiversitäts-Hotspots; das heißt, seine Natur verfügt über eine immense Fülle an Tier- und Pflanzenarten, von denen einige sogar endemisch sind; d.h. nur in Äthiopien vorkommen.  Das ostafrikanische Land ist auch eines von weltweit acht Gen­zentren, es weist also ein extrem hohes Maß an genetischer Vielfalt auf. Diese genetische Vielfalt ist heute wichtiger denn je, denn nur dank ihr können sich Arten an sich verändernde Lebens­bedingungen, bei­spiels­weise hervorgerufen durch den Klimawandel, anpassen.

Besonders reich ist Äthiopiens Vogelwelt mit über 830 Arten, von denen mehr als 30 en­de­misch sind. Und auch bekannte, in Deutsch­land heimische Vogel­arten wie der Weißstorch, der Neuntöter und der vom Aus­sterben be­drohte Schreiadler sind in Äthiopien zu finden – sie suchen hier Zuflucht vor dem langen euro­pä­ischen Winter. Zu den ende­mischen Säuge­tier­arten gehören z.B. der sehr selten gewor­dene Äthiopische Wolf und der Blutbrust­pavian.

Äthiopiens Artenreichtum ist bedroht

Nur noch 12% der Landesfläche sind mit Wald bedeckt. Dieser drastische Verlust an natür­li­chem Lebens­raum hat für die dort heimischen Tier- und Pflanzen­arten und für Winter­gäste wie den Weißstorch schwer­wie­gende Konse­quen­zen. Und auch die Bevöl­kerung Äthiopiens leidet: Die fort­schreitende Entwaldung geht mit einer gravierenden Erosion fruchtbarer Böden einher und die Landschaften verlieren ihre Widerstands­fähigkeit gegenüber dem Klima­wandel. Ernte­ausfälle und Hungers­nöte sind die Folge und der Nutzungs­druck auf die letzten Wälder sowie die Bedrohung der biologischen Vielfalt nehmen zu.

 

Maßnahmenplan für eine nachhaltige Entwicklung

Diesen besorgniserregenden Entwicklungen begegnen die Heinz Sielmann Stiftung und die Stiftung Menschen für Menschen in Wogdi gemeinsam; u.a. mit den folgenden Maßnahmen:

  • Wiederbewaldung von 150 Hektar degradiertem Land durch einheimische Baumarten
  • Heranziehen von 1 Million Bäumen in lokalen Baumschulen
  • Sicherung wertvoller fruchtbarer Böden durch Terrassierungen und Bepflanzungen von Hanglagen und durch die Stabilisierung bereits entstandener Erosionsgräben
  • Schutz der natürlichen Ressourcen und der Wälder vor Ausbeutung durch den Bau von 500 holzsparenden Öfen und gezielte Trainings in Ressourcenschutz für die Bevölkerung

Durch dieses Engagement entstehen in Äthiopien wieder natürliche, intakte und widerstandsfähige Lebensräume für seltene und bedrohte Arten – exotische wie altbekannte – und werden für den Naturschutz und für zukünftige Generationen erhalten.

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Mit Ihrer Hilfe können wir viel erreichen Jede Spende zählt

Mit 60 € erhält ein Bauer einen verbesserten Bienenkorb und der neue Wald einen wichtigen Baustein für seine langfristige Regenerationsfähigkeit. 

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30 € finanzieren 30 Obstbaumsetzlinge, die in Wogdis übernutzter Landschaft langfristig neue Lebensräume schaffen. 

 

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Mit 80 € spenden Sie 1.000 Vetiver-Gras-Büschel, mit denen Hänge auf natürliche Weise stabilisiert und auf die anschließende Wiederbewaldung vorbereitet werden. 

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25 € finanzieren das Heranziehen von 1.000 Setzlingen einheimischer Baum­arten, mit denen Äthiopiens Landschaft wieder­bewaldet und seine biologische Vielfalt bewahrt wird. 

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Eine Projektkooperation mit Stiftung Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe leistet seit über 35 Jahren nach­haltige Hilfe zur Selbst­entwicklung in Äthiopien. Den Grundstein für die Stiftung legte 1981 der damalige Schau­spieler Karlheinz Böhm. Im Rahmen integrier­ter länd­licher Ent­wicklungs­­projekte verzahnt Menschen für Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maß­nahmen aus den Bereichen Land­wirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen.

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Auch der Schutz der natürlichen Ressourcen Äthiopiens ist der Stiftung seit langem ein wichtiges Anliegen. Um die durch Entwal­dung, Übernutzung und Dürren degra­dierten Landschaften vor weiteren Schäden zu schützen, nimmt sich Menschen für Menschen in enger Zusammen­arbeit mit der lokalen Bevölkerung einer Vielzahl von Aufgaben an: Durch Terrassierungen von erodierten Hang­lagen, das Schließen von Erosions­gräben, das Pflanzen unzähliger Bäume und weitere Schutz­maß­nahmen entstehen in den Projekt­gebieten von Menschen für Menschen wieder intakte Ökosysteme, die der Bevölkerung, aber auch der äthiopischen Flora und Fauna erneut eine Lebensgrundlage bieten können.

Im Projekt­­gebiet Wogdi ist die Stiftung seit 2013 aktiv.