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Hochwasserschutz und Naturschutz Hand in Hand Sielmanns Biotop­verbund Nettetal

Westlich des Harzes, zwischen Rhüden und Seesen, schlängelt sich der Fluss Nette durch sein Tal. In zahlreichen Kurven, mit flachen Furten und steilen Prallhängen schafft das Wasser abwechslungsreiche Strukturen. Kleine Wälder und Hecken begleiten den Fluss durch die Landschaft. Die Nette wird von extensiv genutztem Grünland eingerahmt. Von seiner Quelle in Herrhausen aus durchquert das Gewässer mehrere Ortschaften, alte Wassermühlen liegen an seinem Lauf.

 

Doch Wasser kann auch eine zerstörerische Kraft entwickeln. Mit der Schneeschmelze im Harz steigt der Pegel der Nette regelmäßig an. In der Vergangenheit kam es zu Überflutungen in den Ortslagen. Der Schutz von Eigentum und Leben hat dann selbstverständlich Priorität.

 

Die Nette braucht Platz

Die Hochwasserspitzen der Nette mussten zum Schutz der Ortschaften aufgefangen werden. Hierzu wurden Rückhaltebecken gebaut. Hierbei wurden, dank des Einsatzes des ehrenamtlichen Vereins Aktion Naturland Seesen e.V., die Belange des Naturschutzes berücksichtigt.

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Feuchtbiotope, Gewässer­rand­streifen und Brutinseln für Vögel wurden eingerichtet. Totholz und Steine in den Feuchtbiotopen schafften weitere Strukturen. So wurde die Aue der Nette wieder leben­diger.

Biotope verbinden

Die Lebensräume in der Flussaue reihen sich wie Perlen an einer Schnur hinter­ein­ander auf. Die einzelnen Biotope entlang des Flusses sind wichtige Trittsteine für Tier- und Pflanzen­arten. Von hier aus können sie weitere Räume be­siedeln. Wiesen, Feucht­biotope, Hecken, Au­wälder und Gewässer­randstreifen bieten vielen Vögeln und Insekten Nahrung und Nist­möglich­keiten. Auch seltene Arten wie die Krickente und die Wasser­amsel kommen hier vor.

Vom Entsorgungsort zum Naturjuwel

Alles begann 1983: Aufmerksame Naturliebhaber entdeckten bei Seesen-Herrhausen eine wilde Deponie. Bauschutt, Zaunreste und Abfälle aller Art lagerten auf einer Länge von 150 Metern direkt am Ufer der Nette. Die zuständigen Stellen in den Verwaltungen reagierten zurückhaltend auf die Forderung, die Deponie zu räumen. Doch die engagierte Anwohner gaben nicht auf und gaben der Natur eine Stimme.

 

In den folgenden 34 Jahren wurde der Verein Aktion Naturland Seesen e.V. zum Anwalt des Nettetals und setzte mit starkem ehren­amtlichen Engagement viele Biotop-Projekte um. Maßgeblich mitverantwortlich für diesen Erfolg waren Dr. Uwe Beyerbach und Otto Boog. Sie entschieden, nach einem starken Partner aus dem Naturschutz zu suchen, der das Flächen­management in Zukunft weiterführen kann und wandten sich an uns. Gemeinsam mit der Stadt Seesen führt die Heinz Sielmann Stiftung seit 2018 die Arbeit des Vereins fort. Die Aktion Naturland e.V. steht dem Projekt weiterhin partnerschaftlich mit Rat und Tat zur Seite.

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Kontakt Ihr Ansprechpartner

Dr. Heiko Schumacher
Leiter des Bereichs Biodiversität

Heinz Sielmann Stiftung
Unter den Kiefern 9
14641 Wustermark (OT Elstal)

Telefon: +49 (0)5527 914-417
Mobil: +49 (0)151 17156602
heiko.schumacher(at)sielmann-stiftung.de