© AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V. / Nina Lipecki

Feldhamsterschutz

Ein Schutzprojekt für die bedrohten Feldhamster in Südniedersachsen

Der Feldhamster (Cricetus cricetus) zählt zu den am stärksten gefährdeten Säugetierarten Europas. In Südniedersachsen steht die Art unmittelbar vor dem regionalen Aussterben. Um eine langfristig überlebensfähige Population im Raum Göttingen aufzubauen, startete die AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V. 2024 ein Wiederansiedlungsprojekt. Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützte das Vorhaben über zwei Jahre. 

 

Auswilderung, Lebensraumschutz und Monitoring greifen ineinander

Der Eingang einer Feldhamsterhöhle wird vermessen mit einem Zollstock © AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V. / Nina Lipecki

Für die Wiederansiedlung wurde südlich von Göttingen eine geeignete Ackerfläche ausgewählt und feldhamsterfreundlich bewirtschaftet. Durch den Verzicht auf die Ernte standen den Tieren während der Aktivitätsperiode ausreichend Nahrung und Deckung zur Verfügung. Ein elektrischer Schutzzaun reduzierte zusätzlich das Risiko durch bodenlebende Fressfeinde. Für die Auswilderung wurden vorbereitete Baue angelegt und die Tiere zunächst mit Futter, Wasser und zusätzlicher Deckung unterstützt. 

 

 

Feldhamster sitzt in Plastikbox, welche so gekippt wird, dass der Hamster darauf hüpfen kann © Lars Kaletta

Nach 22 Feldhamstern im Jahr 2024 wurden 2025 weitere 24 Tiere ausgewildert. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte unter anderem mit Kamerafallen, regelmäßigen Kartierungen und Wiederfangaktionen. Dadurch konnten sowohl die Entwicklung der Population als auch der Gesundheitszustand und das Verhalten einzelner Tiere intensiv beobachtet werden. 

Begleitet wurde das Projekt durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Informationsveranstaltungen, Vorträge und Feldtage machten auf die Situation des Feldhamsters und die Bedeutung einer feldhamsterfreundlichen Landwirtschaft aufmerksam. Zudem wurden Informationsmaterialien für landwirtschaftliche Betriebe entwickelt und das Projekt in regionalen und überregionalen Medien vorgestellt. 

 

Erfolgreiche Wiederansiedlung

Feldhamster krabbelt aus seiner Höhle © AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V. / Nina Lipecki

Die Ergebnisse zeigen, dass die wesentlichen Projektziele erreicht wurden. Insgesamt wurden während der Projektlaufzeit 48 Feldhamster ausgewildert und eine sich reproduzierende Population aufgebaut. Bereits 2024 wurden mindestens zwei Würfe nachgewiesen. 2025 waren es mindestens neun Würfe von mindestens vier Weibchen. Bei einem Weibchen konnte sogar ein zweiter Wurf innerhalb derselben Fortpflanzungssaison dokumentiert werden. 

Auch die Überlebensrate während der besonders sensiblen Eingewöhnungsphase war hoch. Ende September 2025 waren noch mindestens 18 der ursprünglich 24 Auswilderungsbaue aktiv. Die Untersuchungen zeigen zudem, dass sich insbesondere die Kombination aus geeigneter Bewirtschaftung, Schutz vor Fressfeinden, Zufütterung und engmaschigem Monitoring bewährt hat. 
 

Damit hat das Förderprojekt eine wichtige Grundlage für den langfristigen Wiederaufbau einer Feldhamsterpopulation in Südniedersachsen geschaffen. Die wissenschaftliche Begleitung wird auch nach Ende der geförderten Projektlaufzeit fortgesetzt. Gleichzeitig sollen weitere geeignete Lebensräume und Wiederansiedlungsflächen im Raum Göttingen entwickelt werden. 

Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützte dieses Projekt mit einer Förderung von 55.006 Euro im Zeitraum von Mai 2024 bis April 2026.

Kontakt

AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V.

August-Söding-Straße 8 , 31177 Harsum

Tel.: +49 5127 / 903647

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