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Bauarbeiten in der Döberitzer Heide – Neues Wehr soll wichtige Feuchtgebiete sichern

Ein Bagger steht in einem Naturschutzgebiet und hebt einen Graben aus.© Jörg Fürstenow/Heinz Sielmann Stiftung

In Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide hat der Bau eines neuen Wehrs im südlichen Eingangsbereich an der Speckdammbrücke begonnen. Es soll den Wasserstand in der Niederung des Großen Grabens regeln und ausgetrocknete Feucht- und Moorflächen wieder zuverlässig mit Wasser versorgen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende August an. In dieser Zeit müssen Besucherinnen und Besucher, die den Eingang im Potsdamer Ortsteil Fahrland nutzen, mit Baufahrzeugen und Einschränkungen rechnen.

Die trockenen Sommer der Jahre 2018 bis 2025 haben viele Gewässer-, Feucht- und Moorbereiche der Döberitzer Heide austrocknen lassen. Tier- und Pflanzenarten, die diese Ökosysteme brauchen, verlieren ihren Lebensraum. Außerdem setzt die zunehmende Entwässerung der Moorböden große Mengen CO₂ frei. Das Wehr soll das Wasser dort halten, wo es gebraucht wird.

„Wasser ist das Überlebenselixier für die Niederung des Großen Grabens und das Ferbitzer Bruch. Wenn wir es in trockenen Sommern in der Landschaft halten können, bleiben uns viele gefährdete Arten erhalten oder kehren hoffentlich zurück“, erklärt Jörg Fürstenow, zuständig für ökologisches Monitoring und Landschaftspflegemanagement bei der Heinz Sielmann Stiftung.

Ein Wehr als steuerbares Ventil im Großen Graben

Das Bauwerk an der Speckdammbrücke ist das erste von mehreren Stauwerken im Verlauf des Großen Grabens. Es staut den Wasserstand gezielt an und wird mit einem Zugang für mobile Pumpentechnik ausgestattet. So lässt sich ein hoher Wasserstand auch dann halten, wenn die nahe gelegene Havel weniger Wasser führt. Das Wehr wirkt damit wie ein Ventil, das den Abfluss bremst, statt das kostbare Wasser unkontrolliert fortfließen zu lassen.

Das erwartet Besucherinnen und Besucher während der Bauzeit

Während der Arbeiten bis voraussichtlich Ende August ist im Umfeld der Speckdammbrücke mit Baufahrzeugen zu rechnen. Der südliche Eingang zur Döberitzer Heide wird voraussichtlich zeitweise nur eingeschränkt genutzt werden können. Da weite Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes noch immer Munitionsverdachtsflächen sind, dürfen Baustellenbereiche grundsätzlich nicht betreten werden. Besucherinnen und Besucher müssen sich an die Absperrungen und Hinweisschilder vor Ort halten.

Aktuelle Informationen zu Sperrungen und Umleitungen finden Sie unter www.sielmann-stiftung.de/doeberitzer-heide

 

HINTERGRÜNDE

Bauprojekt für einen stabilen Wasserhaushalt in der Döberitzer Heide

Das Wehr an der Speckdammbrücke ist Teil eines größeren Vorhabens, das den Wasserhaushalt der gesamten Niederung neu ordnet. Ein zweites Wehr an der Wasserscheide nahe der Mündung des Ferbitzer Bruchgrabens verhindert, dass Wasser ungeregelt in Richtung Priort abfließt und im Winter verloren geht. Ein Rohrschöpfwerk am Ferbitzer Bruch hält dort den Wasserstand über weite Teile des Jahres und sichert die wertvollen Pfeifengraswiesen mit Filz-Segge oder Sumpf-Knabenkraut. Erst im Zusammenspiel der drei Bauwerke entsteht ein stabiles Wasserregime für seltene Arten wie Rotbauchunke, Kammmolch, Schlammpeitzger oder Kranich.

Das Vorhaben „Anlage, Sicherung und Stabilisierung von Feucht- und Nasslebensräumen in der Niederung des Großen Grabens mit Ferbitzer Bruch" wird im Rahmen des ELER-Fonds gefördert. Der erste Teil lief von 2022 bis 2024; der zweite Teil widmet sich vorrangig dem Wasserrückhalt und der Regulierung.

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