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Der Trockenheit zum Trotz: Rettungsnetz aus Gewässern schützt Amphibien in Südbayern

Kopf einer Gelbbauchunke© Sebastian Frölich

Die diesjährige Frühjahrsdürre hat erneut zahlreiche Gewässer trockenfallen lassen – ein großer Stresstest für Amphibien, die auf Laichgewässer angewiesen sind. Der Amphibienverbund Südbayern hat den Test bestanden: Eine erste Bestandaufnahme zeigt, wie ein Netzwerk aus Lebensräumen dem Artenschwund entgegenwirken kann.

Die ersten Monitoring-Ergebnisse an den Amphibiengewässern der Heinz Sielmann Stiftung und der Margarete-Ammon-Stiftung im Umland von München zeigen einen klaren Erfolg: Sämtliche Gewässer, die in den vergangenen zwei Jahren in der Region zwischen Ammer und Isar neu geschaffen oder reaktiviert wurden, sind inzwischen von zahlreichen Amphibienarten besiedelt worden.

Darunter sind stark gefährdete Arten wie Kammmolch, Laubfrosch und Gelbbauchunke. Springfrosch und Bergmolch profitieren ebenfalls von den neuen Lebensräumen. Auch der in Bayern stark zurückgehende Grasfrosch konnte an vielen Gewässern festgestellt werden.

Neue Heimat für stark gefährdete Arten

„Die positiven Ergebnisse des Monitorings haben unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagt Carl-Christian Wippermann, zuständiger Gebietsbetreuer von Sielmanns Biotopverbünden Südbayern. Trotz der ausgeprägten Frühjahrstrockenheit in den vergangenen Jahren beweist der Amphibienverbund laut Wippermann eine bemerkenswerte Stabilität. Bislang ist keines der Gewässer trockengefallen – ein entscheidender Faktor für den Fortpflanzungserfolg vieler Amphibienarten. „Die Lage der Lebensräume ist hierbei entscheidend. Wir haben überwiegend Toteislöcher reaktiviert, die sich in schattigen Wäldern befinden. An diesen Standorten wurden in der Vergangenheit keine Entwässerungsgräben angelegt“, erklärt Wippermann.

Vernetzte Lebensräume stabilisieren Bestände

Besonders positiv bewerten die Projektverantwortlichen zudem, dass die neu geschaffenen Wanderkorridore so gut angenommen wurden. „Die Vernetzung der Biotope funktioniert. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Lebensräume mit Sorgfalt und im Verbund zu konzipieren. Die Förderung durch die Margarete-Ammon-Stiftung und die Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort macht dieses langfristig angesetzte Naturschutzprojekt so erfolgreich", betont Heiko Schumacher, Leiter des Bereichs Biodiversität der Heinz Sielmann Stiftung.

Das 2022 gestartete Projekt Amphibienverbund Südbayern wird durch die Margarete-Ammon-Stiftung finanziert und von der Heinz Sielmann Stiftung umgesetzt. Die langfristige Zusammenarbeit der beiden Stiftungen ermöglicht die Umsetzung und wissenschaftliche Begleitung zahlreicher Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Amphibien im Raum Südbayern. Bis heute wurden bereits Gewässer an 61 Standorten im Münchner Umland neu geschaffen oder revitalisiert. Die Maßnahmen werden bis mindestens 2027 weiterlaufen.

HINTERGRUND

Amphibienverbund Südbayern: Erfolgreiche Kooperation

Steigende Temperaturen und Trockenperioden verändern die voralpinen Moor- und Hügellandschaften in Südbayern. Besonders Amphibien sind stark bedroht. Einer der Aufgabenschwerpunkte der Heinz Sielmann Stiftung in Südbayern liegt daher in der Anlage und Pflege von Laichgewässern. In Zusammenarbeit mit der Margarete-Ammon-Stiftung wurde 2022 der Amphibienverbund südlich von München eingerichtet. Ziel ist es, ein engmaschiges Netz aus Laichgewässern und Wanderkorridoren zwischen Ammer, Amper und Isar zu schaffen und damit bedrohten Arten langfristig das Überleben zu sichern.

Mehr über Sielmanns Biotopverbünde Südbayern erfahren Sie hier.

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